Zell am Moos – Ecken und Enden zusammenbringen

Der Bürgermeister der Gemeinde Zell am Moos, Günter Pfarl hat zu einem runden Tisch geladen, um unter Moderation der Integrationsbeauftragten Helga Gumplmaier Möglichkeiten zur Linderung des akut bestehenden Arbeitskräftemangels der regionalen Firmen aufzuzeigen. Geladen waren neben dem AMS die Politik und regionale Unternehmer, denen auch in Zell am Moos bzw. in Mondsee ansässige Asylwerber vorgestellt wurden. Dabei konnte man Ukrainer, Syrer und einen Palästinenser mit teils guter handwerklicher Vorbildung kennenlernen.

Nach einer Begrüßung durch den Bürgermeister ersucht die Moderatorin Helga Gumplmaier zum Kennenlernen um eine kurze Vorstellungsrunde mit Anliegen. Danach stellt sie die Ausgangssituation dar, die zur Planung dieses „Runden Tisches“ geführt hat.

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Sie bittet dann Herrn Peter Arnberger vom AMS Oberösterreich, Ausländer:innenfachzentrum zu Wort, der die rechtlichen Hintergründe für die Beschäftigung von geflüchteten Menschen  sehr ausführlich erläutert. Er bittet die Anwesenden um Verständnis, dass eine Arbeitsgenehmigung auch bei noch so dringendem Bedarf einfach seine Zeit braucht. Er erläutert die unterschiedlichen Verfahren für Ukrainer und andere Asylwerber in den diversen Stadien und insbesondere das Ersatzkraft-Verfahren für Asylwerber.

Besonders aufschlussreich sind die Wortmeldungen der Unternehmer:innen über ihre Erfahrungen mit der Einstellung ausländischer Arbeitskräfte. Hier bleibt Johann Staudinger, Seniorchef der Fa. STS Fertigteile, Oberwang in Erinnerung, der sich dann auch direkt an unsere geflüchteten Gäste wendet und sie eindringlich bittet, alle Kraft dem Erlernen der Sprache zu widmen. Die Sprache sei Schlüssel zur Gesellschaft. Eine große Wirkung hat die Zugehörigkeit zu Vereinen, da damit neben sprachlicher auch die soziale Komponente gefördert wird. Die Vertreter des Gastgewerbes weisen auf die Dringlichkeit der Stellenbesetzung vor Beginn der Tourismussaison hin. Der Großteil der offenen Stellen ist hier in gastfernen Bereichen (Küchenhilfe, Abwäscher, Reinigung….) angesiedelt, da selten ein/e Bewerber:in die nötige sprachliche Kompetenz für den Servicebereich hat.

Das Engagement der Ehrenamtlichen im Sprachunterricht wird gelobt, wobei Peter Schwarz unterstreicht, dass wir dringend (bezahlte) pädagogische Fachkräfte brauchen, da Ehrenamtliche nur unterstützen, kaum aber aufbauen können. Sprachkurse in Salzburg, Vöcklabruck, Wels oder Linz sind oft logistisch ineffizient, die Gesamtkosten für die Fahrten sollten sinnvoller für die Anstellung einer Lehrperson vor Ort eingesetzt werden. Helga berichtet, dass hier Lösungen durch VHS in Sicht seien. Dagmar Pfannhofer, Pastoralassistentin in Mondsee stellt die Struktur eines Buddy – Programms vor, das Ansässige und Asylwerber zusammenbringt. Dieses von der Caritas Graz übernommene Programm verbindet nicht nur die zwei Parteien, sondern stellt auch systemische Hilfe und Mediation zur Verfügung.

Nach etwa zweieinhalb Stunden bittet Bürgermeister Pfarl zu einem Imbiss und einem informellen Austausch, dem alle Seiten intensiv nachkommen. Wir hören von mehreren Kontaktaufnahmen zwischen den anwesenden Unternehmern und den Arbeitssuchenden.

Alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung, zu der man der Gemeinde nur gratulieren kann.

Linkliste:

https://migrare.at/a/ast-anlaufstelle-fuer-personen-mit-im-ausland-erworbenen-qualifikationen/

https://www.ams.at/unternehmen/service-zur-personalsuche/beschaeftigung-auslaendischer-arbeitskraefte#oberoesterreich

Mondseeland hilft BUDDY

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