Mondseeland
Die Weltenküchen am Dorffest in Zell am Moos

Die Weltenküchen am Dorffest in Zell am Moos

Am Sonntag den 23. August 2026 feiern wir zum 7. Mal das Dorffest in Zell am Moos. Ein bunter Mix an Ständen – da gibt´s ein Jump – Trampolin, eine Kleintierausstellung, einen Flohmarkt und einen Honigstand, da gibt es mehrere Vereins-Schenken, unzählige Grillhendln, da gibt´s den Stand der Bäuerinnen und den der Goldhauben, einen mit der Irrseer Keramik und dann mittendrin als kulinarischen Mittelpunkt unsere „Weltenküche“.

Die treibende Kraft dahinter ist unsere Helga, sie ist Strategin, Diplomatin, Köchin, Personalchefin, zuständig für „food and beverage“, sie sorgt für Stehtische ebenso wie für Abfallsäcke, für Bänke wie für das Zelt. Die Vorbereitungen beginnen dieses Jahr schon im Juni. Ein kleiner Kreis von Freunden wird einberufen, es zirkulieren Excel – Listen mit „To Do“ Aufgaben. Helga geht immer generalstabsmäßig vor, zuerst gilt es die Köche auszuwählen, anzusprechen, zu motivieren. Es muss immer eine ausgewogene Auswahl an salzigen wie an süßen Speisen geben, alles muss mit kleinen Länderfähnchen und Beschriftungen
gekennzeichnet werden.

Am Sonntag fängt alles ganz früh an, denn das Zelt, unter das sich alle Schützlinge von „Mondseeland hilft eV“ stellen werden, wurde noch am Vortag andernorts gebraucht. Das Team aus Schwarzindien ist pünktlichst um 8:15 mit Stehtischen und anderer Hardware bereit. Helmut Seidl koordiniert diese Arbeiten, an seiner Seite sind Martin Bobek, Andreas und Gicky Forestier, Paul Graf, Jalil und Muhannad vom Schnitzelwirt. Denn es braucht sechs Leute, die im Gleichklang heben.

Hatim bringt diesmal nicht Bachlava mit, aber dafür hat wieder groß aufgekocht: Falafel, Hummus, Mutabbal, Fatoush sind traditionelle Vorspeisen der arabischen Küche. Dazu bringt er noch ein Blech Basbousa mit – ein traditioneller syrischer Grießkuchen. Zur Kochbrigade gehört ganz vorne Ibtisam – sie möchte übrigens „Ibti“ genannt werden – sie hat Tabouleh,
Hähnchen in Zitronensauce, dazu Reis mit Fadennudeln und ihr alles überragenden Kibbeh (deren Rezept sie auch schon im Kochbuch vorgestellt hat). Omar bringt gefüllte Weinblätter über fleisch gegart. Mustafa sorgt für syrischen Nachtisch mit seinem köstlichen Pudding und Bakklava. Sein Freund liefert sogar aus Linz zwei Sorten Fatayer, Germteig-„Kipferl“ einmal mit Käse, einmal mit Schoko gefüllt. Viertelstündlich wird nachgeliefert, immer aus einem anderen Land. Marta bringt ungarische Pogaci, Dorina Csalamádé (eingelegten ungarischen Gemüsesalat) und Palatschinken mit Rosinen-Nuss-Fülle. Elena wartet mit ukrainischen, pikanten Palatschinken mit Dillsauce auf und hat auch drei verschiedene köstliche Kuchen im Gepäck. Aus Rumänien wird von Geanina Zacusca (Auberginenaufstrich) und von Denisa Polenta mit Ei und Käse noch warm geliefert.

Hesham, der einzige perfekt zellammooserisch sprechende Ex – Schnitzelwirter, bringt seinen Fleischauflauf, von Majida gibt es Maaqouda, das sind marokkanische Kartoffelkrapferl, von der Familie Sagir türkischen Kisir und süße Schnecken. Es gibt persische Auberginencreme zum Kosten und ein slowakisches Käsepotpourri. Nicht zu vergessen, aus den USA kommen herrlich schmelzende „homemade Cookies“. Alles in allem dreißig verschiedene Köstlichkeiten zum Schnabbulieren.

Einige von uns gehen in die Messe, die von unserem Vereinsgründer Ernst Wageneder zelebriert wird. Seine launige Predigt reißt alle mit, beim Herausgehen aus der Kirche höre ich hinter mir „Schade, dass der nicht mehr in unserer Gegend ist“. Danach gibt es die offizielle Festeröffnung durch den Bürgermeister und dann geht’s richtig los. Bürgermeister Günter Pfarl bringt seine Amtskollegen und den Altlandeshauptmann an unseren Stand, es folgen interessante Gespräche. Auch Peter Schwarz ist mittendrin und spricht intensivst mit seinen Schützlingen.

Die Leute stürmen uns. Man hat den Eindruck, sie hätten zwei Wochen nichts gegessen, zuerst wollten sie wissen, was sie denn essen, dann wollten sie nur mehr volle Teller.
Christine Schneeweiß und Sabine Bobek sorgen mit passenden Aussagen, dass die Leute auch was spenden („Also dafür sollten schon 20 € in die Spendenkasse“ oder „Sie haben schon was bekommen, es wär schön, wenn Sie jetzt auch uns was geben“). Elisabeth, Sieglinde und Karl übernehmen später die Koordination und sorgen mit allen anderen helfenden Händen dafür, dass nichts von der Sonne beschienen wird und alles immer genussvoll ausschaut.

Das hat weiß Gott gewirkt. Als ich um 16 Uhr zusammen mit G. die Spenden zähle, bin ich sprachlos. Nach Abzug der Kosten – die Einkäufe für das Essen – verbleibt uns ein Reingewinn von über € 1.000, über dessen Verwendung wir im kleinen Kreis entscheiden werden. Jedenfalls war das Dorffest 2026 ein voller Erfolg und auch wenn Helga die Hände hebt – nächstes Mal sind wir wieder dabei.

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